EIT Health veröffentlicht aktuellen Report zu 'Value-Based Health Care' für Europa

  • Der Report fungiert als Ratgeber, wie Gesundheitsdienstleister die Betreuung und Behandlung von Patienten erfassen, vergleichen und im Sinne eines patientenorientierten Ansatzes verbessern können.
  • Für den Report wurden über 240 VBHC-Pioniere aus 22 Ländern Europas befragt und hierzu 32 Vor-Ort-Besuche in führenden medizinischen Zentren durchgeführt.

 

Mannheim, Heidelberg, 26.5.2020. Als wichtiger Förderer von Innovationen im Gesundheitswesen für ganz Europa präsentiert EIT Health heute seinen aktuellen Report zur Situation und Umsetzung der sogenannten wertebasierten Gesundheitsversorgung (englisch: Value-Based Health Care, VBHC). Ziel der Publikation "Implementing Value-Based Health Care: Handbook for Pioneers" ist es, einen klar strukturierten Rahmen zu definieren, der  eine erfolgreiche und nachhaltige Einführung und Umsetzung von VBHC zur Unterstützung der Leistungsträger im Gesundheitswesen in ganz Europa ermöglicht.

Der Report wurde unter der Leitung von Professor Gregory Katz am Lehrstuhl für Innovation & Werte im Gesundheitswesen an der Medizinischen Fakultät der Universität Paris auf Basis der Erkenntnisse etablierter Pioniere auf diesem Gebiet entwickelt. So sollen Leistungsträger im Gesundheitswesen dabei unterstützt werden, durch VBHC gebotene Möglichkeiten voll auszuschöpfen und einen Wandel der medizinischen Kultur in Europa voranzutreiben. Der Report basiert auf mehreren VBHC-Fallstudien aus einigen der führenden europäischen Gesundheitsorganisationen, darunter Santeon, Universitätsspital Basel, Akademisches Krankenhaus Uppsala, Martini-Klinik, Neues Karolinska-Krankenhaus, Diabeter, Niederländisches Herzregister, Gla:d, Menzis und NHS Wales.

"Heute entscheiden sich die Pioniere der VBHC in Europa dafür, mutige Maßnahmen zu ergreifen, um die Ergebnisse der Patienten zu messen, zu vergleichen und zu verbessern. Diese Dynamik entsteht hauptsächlich von 'unten nach oben', durch unternehmerische Initiativen. Da die Versorgungsergebnisse zwischen therapeutischen Ansätzen und innerhalb der Ärzteteams stark variieren, ermöglichen transparente Ergebnis-Benchmarks die Identifizierung medizinischer Innovationen sowie die Reduzierung unzureichender Versorgung. Es gibt gute Gründe, ungeduldig auf die Verbesserung der Gesundheitsversorgung durch VBHC zu warten, aber es gibt auch Gründe, bescheiden zu sein. VBHC steckt noch in den Kinderschuhen und eine erfolgreiche Umsetzung braucht Zeit. Ein VBHC-Pionier zu werden, eröffnet die Möglichkeit, proaktiv zu lernen und eine Vorreiterrolle in einer zukünftigen patientenorientierten Versorgung einzunehmen."

Professor Gregory Katz, Chair of Innovation & Value in Health at the University of Paris School of Medicine

Anstelle der traditionellen volumenbasierten Gesundheitsversorgung, die auf dem Modell der "fee-for-product" oder "fee-for-service" beruht, bietet VBHC eine Methodik für messbare Gesundheits- und Versorgungsergebnisse, die für die Patienten den größten Unterschied ausmachen und gleichzeitig die Kosteneffizienz innerhalb der Gesundheitsdienste steigern. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) schätzen, dass etwa 30% der derzeit für die Gesundheitsversorgung aufgewendeten Ressourcen für vermeidbare Komplikationen, unnötige Behandlungen oder administrative Ineffizienz verschwendet werden.1  

Der Report zielt darauf ab, den Wandel in Richtung messbare Werte anzustoßen und damit nachhaltigere Modelle zu unterstützen. 

 

"In den letzten Jahren hat das Interesse der Verantwortlichen der verschiedenen europäischen Gesundheitssysteme an VBHC stark zugenommen. Allerdings lag der Schwerpunkt eher darauf, warum dies der Weg in die Zukunft ist, als darauf, wie wir eine solche Veränderung effektiv herbeiführen und umsetzen können. Der Report soll hier Abhilfe schaffen und einen ausführlichen Leitfaden bieten, wie Leistungsträger im Gesundheitswesen ihre Bemühungen und Ressourcen auf den notwendigen Wandel ausrichten können. Gegenwärtig messen viele der europäischen Gesundheitssysteme die falschen Parameter, was zu Ineffizienz bei Kosten, Zeit und Ressourcen führen kann, ganz zu schweigen von den Auswirkungen auf den Patienten! Die Metrik konzentriert sich eher auf das Volumen als auf die Ergebnisse für den Patienten und das ist für die Gesundheitssysteme einfach nicht weiter tragbar. EIT Health ist in der Lage, erfolgreiche Pioniere auf diesem Gebiet mit denen zu verbinden, die gerade erst am Anfang stehen und Instrumente und Verfahren suchen, die bei der Messung von Ergebnissen helfen können. Ziel ist es, den Wandel innerhalb der europäischen Gesundheitssysteme weiter voranzutreiben."

Jan-Philipp Beck, CEO EIT Health

Der Report wurde von EIT Health im Rahmen seiner `Think Tank'-Initiative beauftragt, die sich mit den dringlichsten Themen des Gesundheitswesens in Europa befasst. Der EIT Health-'Think Tank' bringt führende Vertreter des Gesundheitswesens über Disziplinen und Grenzen hinweg zusammen, um den Boden für lebensverändernde Innovationen zu bereiten und einen Wandel in der Bereitstellung von Gesundheitsversorgung zu ermöglichen. Die Veröffentlichung des Reports ist der erste Schritt in einer Reihe von Aktivitäten, die EIT Health in diesem Zuge auf den Weg gebracht hat.

1 OECD Report 2017. Tacking Wasteful Spending on Health; WHO Report 2010. Health System Financing; the Path to Universal Coverage.

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Über EIT Health Germany

Das European Institute of Innovation & Technology (EIT) ist eine unabhängige Einrichtung der Europäischen Union, die 2008 gegründet wurde, um Innovation und Unternehmertum in ganz Europa zu fördern. Seit 2014 ist die Netzwerk-Initiative auch im Bereich Gesundheit in Europa aktiv. EIT Health arbeitet zurzeit mit rund 150 Partnern aus 14 Ländern in einem „Public-Private-Partnership“ an den Lösungen der großen Herausforderung in Gesundheitswesen unserer Zeit. Führende Unternehmen, öffentliche Institutionen sowie renommierte Universitäten und Forschungseinrichtungen entwickeln gemeinsam mit Start-ups und KMUs in innovativen Programmen und Projekten neue Produkte und Dienstleistungen, die eine nachhaltige Gesundheitsökonomie in Europa fördern. Ziel ist es, die starke Polarität der verschiedenen Gesundheitssysteme in Europa zu überwinden, um etablierten und auch jungen digitalen Unternehmen neue Ressourcen zu eröffnen und ihre Ideen in gemeinsamen Produkten und Dienstleistungen für den europäischen Markt zu realisieren.

EIT Health Germany ist eines von insgesamt sechs EIT Health-Zentren in Europa und betreut in Deutschland, Österreich und der Schweiz zurzeit 36 Partner aus Industrie, Forschung und Lehre, u.a. ROCHE, Abbvie, das Karlsruhe Institute of Technology (KIT), die Universität Heidelberg, aber auch Start-ups und KMUs bei der Entwicklung von bahnbrechenden Innovationen im Gesundheitswesen.